Es gibt keine mangelfreien Häuser – es gibt nur Häuser die nicht ausreichend untersucht wurden

Es gibt keine mangelfreien Häuser – es gibt nur Häuser die nicht ausreichend untersucht wurden

Bei dem Schadensobjekt handelt es sich um eine Einfamilien-Doppelhaushälfte mit ca. 187 qm Wohnfläche.

Im Mai dieses Jahres kam es in Abwesenheit der Nutzer zu einem Brandgeschehen im Heizungsraum des Dachgeschosses.

Während dieses Brandgeschehens kam es zu Leckagen an den zuführenden Kunststoffwasserleitungen der Heizungsanlage, in dessen Folge über einen längeren Zeitraum Wasser unkontrolliert austrat. Positiver Nebeneffekt war das automatische Ablöschen des Brandes durch die oben erwähnten Leckagen.

Durch das vom Bauherren beauftragte Sachverständigengutachten, sollte das Schadensausmaß des Brandgeschehens sowie die Schäden welche durch den unkontrollierten Austritt des Wassers verursacht wurde, dokumentiert und auf dieser Grundlage ein Sanierungsvorschlag erarbeitet sowie eine Kostenkalkulation erstellt werden.

Als problematisch erachtet wurde die Tatsache, dass es sich bei dem Schadensobjekt um ein sogenanntes „Legohaus“ handelt, bei dem Polystyrol-Schalelemente wie Legosteine aufeinander gesteckt und anschließend mit Beton verfüllt werden.

Der Abbrand der Polystyrolebene führt nicht nur zu einer starken Rußbildung, sondern erlaubt ein Ablaufen des Schadwassers bis ins Untergeschoss.

Die Schalelemente aus Polystyrol waren nicht verputzt. Es wurden Gipskartonplatten im Klebeverfahren aufgebracht, die ausreichend Hohlstellen für das Ablaufen des Wassers bietet.

Darüber hinaus konnte sich in den Hohlräumen zwischen den Polystyrol und Gipskartonplatten ein mikrobieller Befall bilden ohne dabei visuell in Erscheinung zu treten.

Nach Aussage der Feuerwehr wurden etwa hundert Liter Wasser von der Oberfläche der Fußbodenkonstruktion des Untergeschosses abgesaugt.

Bei der mikrobiellen Untersuchung der Bodenkonstruktion (Dämmschichtebene) im Untergeschoss wurde ein massiver mikrobieller Befall durch Probenentnahme festgestellt.

Auch in den Anschlussbereichen der aufgehenden Wandabschnitte war unterhalb der Vinyltapete ein ausgeprägter Schimmelpilz erkennbar. Da das Schadensbild nicht in einen Kausalzusammenhang mit einer kurzfristigen Feuchtigkeitsbeaufschlagung durch ein Brandgeschehen gebracht werden konnte, kam es zu weiteren Untersuchungen bezüglich möglicher Ursachen für das ausgeprägte Schadensbild im Untergeschoß.

Dabei viel zum einen ein ausgeprägter Flankenabriss der elastischen Verfugung an der Duschtasse auf. Bei einer Duschsimulation wurde ein Rinnsal unterhalb der Duschtasse erkennbar. Es konnte nachgewiesen werden, dass bei jedem Duschvorgang (Vierköpfige Familie) eine unbestimmte Menge an Duschwasser in die Bodenkonstruktion einlief.

Sichtbares Rinnsal an der Trennwand zur Waschküche unterhalb der Duschtasse bei einer Duschsimulation. Da die Nutzer von einer wiederkehrenden Füllung der Heizungsanlage sprachen, wurde die vorhandene Fußbodenheizung des Untergeschosses abgedrückt. Hierbei stellte sich, bei einem Prüfdruck von 10 bar ein Druckverlust von 3 bar innerhalb von 10 Minuten ein. Aus diesem Grund musste zu den schon bekannten Ursachen auch von einer Leckage in der Fußbodenheizung ausgegangen werden

Da dem untersuchenden Sachverständigen die verwandten „Legosteine“ aus anderen Sanierungsobjekten bekannt waren wurden auch Untersuchungen an den Kelleraußenwänden durchgeführt um das Eindringen von Sicker- oder Hangwasser ausschließen zu können. Bei den Untersuchungen verschiedener Wandabschnitte war auffällig, dass auch durch die Kelleraußenwände Feuchtigkeit unkontrolliert in das Untergeschoss eindrang. Dies nicht nur wie sonst üblich an den Wandsohlenanschlüssen, sondern insbesondere bei den Metallverstrebungen der Polystyrolschalenelemente.

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